Ist die Abschaltung der Kohlekraftwerke überhaupt möglich?

Sicherheitskraftwerk Heyden/ Westfalen. Von ChristianSchd - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31893579

von AR Göhring

Bis 2038 sollen alle bundesdeutschen Kohlemeiler abgeschaltet werden – zum Preis von Milliarden-Entschädigungen für die Konzerne, extreme Preiserhöhungen für die Bürger und natürlich zum Preis der Versorgungssicherheit. Im März zeigte sich: Eigentlich längst dichtgemachte Kohlekraftwerke sprangen ein, um das Netz stabil zu halten.

Eine Kohle-Kommission aus Politikern, Klimaforschern und anderen religiösen Autoritäten empfahl 2019 einen sukzessiven Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2038, die 2020 zu einem Gesetz führte.

Daß ein Ausstieg in der Praxis wahrscheinlich gar nicht möglich ist, und die bestehenden Kohlemeiler nicht wie die abgeschalteten Kernkraftwerke publikumswirksam gesprengt, sondern mehr oder minder heimlich in Bereitschaft gehalten werden, zeigt ein Fall aus Westfalen.

Der E.on-Ableger Uniper, mittlerweile eigenständig, wirbt zwar offiziell mit grünem Image, betreibt tatsächlich aber Lücken-Sicherheits-Kraftwerke für die schöne neue Solarwindkraft-Welt der Zukunft. Eigentlich will man die Notfallversorgung bei Dunkelflaute nur mit Erdgas und später Wasserstoff sicherstellen; Anfang 2021 brauchte man dazu aber den eigentlich schon abgeschalteten Kohlemeiler Heyden in Westfalen. Pikant: Uniper hatte Heyden fünf Jahre früher als geplant stillgelegt und dafür Bundesmittel erhalten. Dennoch wurde das Werk seit Jahresbeginn allein bis März sechs mal wieder hochgefahren, um eine Dunkelflaute auszugleichen. Die Manager hatten das wohl geahnt und die Werksingenieure und -Techniker nicht abgezogen, um den Ofen und die Turbinen bei Bedarf sofort anfachen zu können.

Heyden ist nicht alleine: Der regionale Netzbetreiber Amprion beantragte, die „stillgelegten“ Kraftwerke Walsum 9 (Steag) und Westfalen E (RWE) als systemrelevant einzustufen, damit die Konzerne sie betriebsbereit halten dürfen/ müssen.

Was wird uns also erwarten? Die nächsten 17 Jahre werden alle halbwegs modernen Kohlekraftwerke in Deutschland nach und nach „abgeschaltet“, aber keineswegs eingemottet oder gar abgerissen. Einen kleinen Teil alter ineffizienter Anlagen wird es wohl erwischen, damit man der besserverdienenden Ökoklientel schöne Abrißfotos in den jeweiligen Presseorganen und der Tagesschau präsentieren kann. Die meisten Kraftwerke werden aber, wie jetzt Heyden, nur vom Netz getrennt und während der Zwangspause gepflegt, damit sie im Fall einer Dunkelflaute, vor allem im Winter-Vierteljahr, sofort wieder Kohle verbrennen und ans Netz können.

Und 2038? Wenn Uniper und die Konkurrenten es bis dahin nicht schaffen, genügend Methan- und Wasserstoffkraftwerke zu errichten, die die Kohlemeiler vollständig ersetzen, wird wohl auch das Gesetz nicht verhindern, daß die alten Kraftwerke „notfallmäßig“ am Netz bleiben. Daß solch ein „Notfall“ Dauerzustand werden kann, wissen die gelernten Westberliner noch aus der Zeit vor der Wende: Da hieß der Personalausweis der Frontstadtbewohner “ vorläufiger behelfsmäßiger Ausweis“ (wenn man ihn verloren hatte) – jahrzehntelang.

Sicher ist nur eines beim Kohleausstieg: Die doppelte Infrastruktur mit >>30.000 Windspargeln und zusätzlichen Ersatzkraftwerken, die Methan oder gar Elektrolyse-Wasserstoff verbrennen wird für den Kunden richtig teuer – und für Aktionäre und Anteilseigner der Infrastruktur ausgesprochen lohnend.

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3 Kommentare

  1. Wir bitten diese pauschale Verunglimpfung von Frauen zu unterlassen. Ihr Kommentar ist hart an der Grenze zur Beleidigung. Das nächste Mal werden derartig herabsetzende Inhalte gesperrt.MfG AdminDa solche verächtlichen Behauptungen dieses Herren ja nun wirklich nicht die ersten sind, frage ich mich schon, warum erst Das nächste Mal? Sein Problem sind nicht DIE Frauen, sondern er selbst. 

  2. Die doppelte Infrastruktur wird für den Kunden richtig teuer – und für Aktionäre und Anteilseigner der Infrastruktur ausgesprochen lohnend.Und hier sind wir bei des Pudels Kern angelangt. Es geht und ging nie um den sogenannten Klimaschutz, sondern nur darum, möglichst viel Gewinn zu erzielen.Und wer nach Masken-, DIVI- und Testgate noch glaubt, bei der „Pandemiebekämpfung“ ginge es um die Gesundheit der Bevölkerung, der würde sich als Eskimo auch einen Kühlschrank andrehen lassen.

  3. Hat denn die „moderne“ Männerwelt immer noch nicht begriffen, daß Frauen mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch und ökonomisch nicht bildungsfähig sind?In meinem gesamten Fliegerleben ist mir nicht eine Frau begegnet, die mit nem Segelflugzeug ein 300-km-Dreieck geflogen hat: Grund: Frauen können nicht dreidimensional denken und Anderes ebensowenig.Wie man ne FRau zur Regierungschefin machen konnte, noch dazu ne überzeugte Ulbrichtistin, ist mir schleierhaft. Und die Type aus dem Rechtshaus der Uni HH in der kommunistischen Spitzenstellung ist bei mir politisch-ökonomisch als ganz unten einsortiert, so wie die 1954 in HH Geborene.
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    Wir bitten diese pauschale Verunglimpfung von Frauen zu unterlassen. Ihr Kommentar ist hart an der Grenze zur Beleidigung. Das nächste Mal werden derartig herabsetzende Inhalte gesperrt.
    MfG Admin

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