Klimawandel-Alarmismus als Klassenkampf

Alarmisten, Politiker, IPCC & Co: „Vorwärts, marsch! Und wehe, ihr folgt uns nicht!“ Bild: stefane / pixelio.de

Ed Zuiderwijk
Prolog: Aus einem Geschichtsbuch im Jahre 2100:

Die Geschichte der Atmosphärenwissenschaften in der Zeit von 1980 bis 2025 ist eines der rätselhaftesten Kapitel in der Geschichte der modernen Wissenschaft. In einer Gesellschaft, die vorgibt, sich der Verbesserung des Lebens ihrer Bürger zu widmen, wurde einer unheiligen Allianz von unwissenden Fanatikern, halbgebildeten Forschern, politischen Mitläufern und dem einen oder anderen Scharlatan die Kontrolle über die Forschung in den Atmosphärenwissenschaften und ihre Anwendungen gestattet.

Dieses Ereignis erstickte nicht nur die Entwicklung der Wissenschaft, sondern hatte auch einen weitreichenden und zerstörerischen Einfluss auf die Wirtschaft vieler Länder durch die Fehlleitung von Ressourcen in einem wirklich epischen Ausmaß. Für den Außenstehenden war es völlig unverständlich, dass Gesellschaften, die in der Lage waren, Menschen ins Weltall zu schicken, etwas so Lebenswichtiges wie die Energieversorgung, den Transport und die Nahrungsmittelproduktion der Ausbeutung durch offensichtliche Quacksalber anvertrauen konnten. Noch merkwürdiger war, dass der Irrweg die ganze Zeit über von einer kriecherischen Presse lautstark beklatscht und von gelehrten Gesellschaften, die es besser hätten wissen müssen, gebilligt wurde. Wissenschaftler der Folgezeit haben lange über die Maschinerie dieser Übernahme und über die Umstände, die sie ermöglichten, spekuliert. – [Ende Prolog]

In diesem Beitrag wird beschrieben, wie und warum diese Kaperung vonstatten ging.

Das zwanzigste Jahrhundert war eines der großen Fortschritte in Physik, Biologie, Geologie und einer ganzen Reihe anderer Zweigen der Wissenschaft. Es war leider auch das Jahrhundert, das uns die berüchtigten Pseudowissenschaften Eugenik, Lysenkoismus und die Anfänge des Klima-Alarmismus bescherte, der aktuellen wissenschaftlichen Verirrung. Einige, mich selbst eingeschlossen, würden der Liste noch den Marxismus hinzufügen, aber ich habe beschlossen, die Intelligenz nicht unnötig zu beleidigen und werde weiter unten nur kurz auf Eugenik eingehen, um einen Punkt zu illustrieren.

Die Hypothese der katastrophalen anthropogenen globalen Erwärmung, auch bekannt als menschengemachter Klimawandel, ist ein Lehrbuchbeispiel für eine Pseudowissenschaft. Genauer gesagt werde ich zeigen, dass der Konflikt zwischen diesem Klima-Alarmismus und der echten Wissenschaft unheimliche und beunruhigende Parallelen zum Lysenkoismus aufweist, einer drei Jahrzehnte langen Perversion der biologischen Wissenschaften, die im Sowjetblock ab Mitte der 1930er Jahre mit dem Marxismus als ermöglichender Randbedingung praktiziert wurde. Ich werde mich dabei von einem Buch leiten lassen, das lange Zeit die einzige verfügbare zeitgenössische wissenschaftliche Aufzeichnung über diese Zeit war.

Im Zentrum jeder Pseudowissenschaft steht immer ein Irrglaube, eine fehlerhafte Hypothese. In unserem Fall, dass CO2 der wichtigste Klimatreiber ist. In einer echten Wissenschaft entwickelt sich die Hypothese durch Prüfung an der Realität zu einer besseren oder wird einfach aufgegeben. In einer Pseudowissenschaft wird die falsche Doktrin zum Dogma, das zur Folklore herabsinken kann, wie z.B. die Astrologie, aber gelegentlich von mächtigen politischen Interessen aufgegriffen wird und dann ungeheure Schäden anrichtet. Der Lysenkoismus dient als Beispiel dafür.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Hier folgt jetzt eine längere Beschreibung des sog. Lysenkoismus‘. Es ist davon auszugehen, dass die geneigte Leserschaft weiß, worum es dabei geht, weshalb hier auf die Übersetzung verzichtet wird. Interessant ist dann aber, welche beängstigenden Parallelen der Autor hierbei im Vergleich zum aktuellen Klima-Alarmismus erkennt. A. d. Übers.]

Klimawandel-Alarmismus

Wissen Sie was? Ich habe oben nicht viel über den Klimawandel-Alarmismus gesagt. Aber das brauchte ich auch nicht, denn Sie werden ihn in all seinen furchtbaren Details erkannt haben. Für jeden Aspekt des Lysenkoismus können Sie das Gegenstück in der Erderwärmungs-Hysterie finden. Es ist alles da: die falsche Hypothese, die Rede, die den Ball ins Rollen brachte (Anm. 2), die Persönlichkeiten mit ihren Erfüllungsgehilfen sowie realen oder eingebildeten Preisen, die Schirmherrschaft durch die Partei, sorry, die UNO, die zensorische Manipulation, die Beschimpfungen, die Datenmanipulation, die gewaltsame Ruhigstellung der Gegner, die Leute, die mit ihrer Arbeit nicht an der Redaktion vorbeikommen, die Leute, die von Fördermöglichkeiten ausgeschlossen sind, die, die ihren Job verloren haben (Anm. 3), die, denen man vorwirft, mit dem Feind zu schlafen, und nicht zuletzt die Fanatiker, die anderen ihre Ansichten aufzwingen und die nach Blut schreienden Zombies. Und natürlich eine willfährige Presse. Und das alles ist eingebettet in die Doktrin der Political Correctness, die es unmöglich macht, irgendetwas Grünes zu kritisieren und im Job zu überleben. Das einzige, was Sie bei Lysenko nicht finden werden, ist ein zickiges, halbgebildetes Schulmädchen, das von einer ahnungslosen Gefolgschaft seliggesprochen wird. Und so wie der Lysenkoismus die sowjetische Landwirtschaft verwüstete – was zu Nahrungsmittelknappheit führte – so wird die aktuelle Krankheit, die eine törichte Energie- und Nahrungsmittelpolitik hervorbringt, die Völker des Westens der Ressourcen berauben, die ihren Lebensstandard untermauern.

Der Klimawandel-Alarmismus ist der Lysenkoismus der politisch korrekten Klassen des Westens. Mir scheint, dass Medwedew recht gut erklärt, warum es möglich war, dass in einer fortgeschrittenen Gesellschaft so lebenswichtige Dinge wie Energie-, Verkehrs- und Ernährungspolitik als Geisel für die Launen eines Pöbels von Aktivisten und zweitklassigen Wissenschaftlern gehalten werden durften. Wir könnten uns dann aber fragen, welcher dieser Umstände der wichtigere ist, auf welchen wir uns konzentrieren sollten, um uns von den wirren Klimawandel-Priestern zu befreien. Hier mögen die Ereignisse von 1964 eine gewisse Orientierung bieten. Der Lysenkoismus starb nicht, weil die falsche Hypothese sich als falsch herausstellte; das war jedem intelligenten Beobachter fast von Anfang an klar gewesen. Er verschwand auch nicht, weil die ihn ermöglichende Ideologie über Bord geworfen wurde; die UdSSR hinkte noch ein weiteres Vierteljahrhundert weiter. Der Lysenkoismus erlosch aufgrund einer Kombination aus zwei Dingen: einem umfassenden Angriff auf seinen Anspruch, eine legitime Wissenschaft zu sein, gefolgt vom Entzug der Schirmherrschaft. Ersteres geschah, als jemand von unanfechtbarer Glaubwürdigkeit aufstand und die Dinge beim Namen nannte. Sacharow galt als Vater des sowjetischen H-Bomben-Projekts, und was auch immer die Mitglieder des Politbüros von ihm gedacht haben mögen, sie erkannten, dass er in der Regel genau wusste, wovon er sprach. Diese Enteignung ebnete den Weg für den Rückzug der Schirmherrschaft durch den sowjetischen Staat ohne Gesichtsverlust, aber das geschah bezeichnenderweise erst, nachdem der Gläubige Chruschtschow durch den Realisten Leonid Breschnew abgesetzt worden war.

Die Schirmherrschaft ist der Schlüssel. Die Widerlegung der falschen Hypothese, obwohl notwendig, kann nur helfen, die Pseudo-Wissenschaft zu diskreditieren, aber allein ist das wie das Anbellen eines falschen Baumes. Der Fokus sollte auf dem Moloch IPCC liegen. Diese Organisation bezieht ihre vermeintliche Legitimation nicht von ihrer Mutter, der UN, sondern von den vielen Wissenschaftlern aus den unterschiedlichsten Disziplinen, die treu und brav an ihren Berichten mitarbeiten. Es gibt jedoch eine wachsende Zahl ehemaliger Mitwirkender, die diesen Zirkus hinter sich gelassen haben, desillusioniert, weil sie feststellen mussten, dass ihre ehrlichen Bemühungen einfach ignoriert oder, schlimmer noch, missverstanden und missbraucht wurden, um die politische Agenda der Bürokraten zu unterstützen. Könnte diese Erfahrung mobilisiert werden, um andere zu überzeugen, die ihre Mitarbeit zurückziehen?

Ich möchte mit einer Bemerkung über die ruchlose Rolle der Presse schließen. Dass eine Presse, die unter einer Diktatur arbeitet, Befehle befolgt, ist keine Überraschung. Aber in den frühen 1920er Jahren, auf dem Höhepunkt des Eugenik-Wahns, konnte man keine Zeitschrift oder Zeitung aufschlagen, ohne dass es einen Artikel gab, der glückliche Paare und ihre schönen, besonderen „eugenischen Babys“ anpries, die dennoch irgendwie genauso aussahen wie alle anderen Neugeborenen (Anmerkung 4). Zeitungen und Zeitschriften überschlugen sich in ihrer Bewunderung für die selbsternannten Vertreter dieser Pseudowissenschaft, und die zensorische Haltung der Verleger erstickte den Widerstand. Dies hatte den Effekt, dass die Ideologie durch das Tröpfeln von Falschinformationen, die in einer liebenswerten Botschaft getarnt waren, legitimiert wurde und den Weg für die spätere stillschweigende Akzeptanz einer unmenschlichen Politik ebnete, die in den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs gipfelte, alles im Namen der „Wissenschaft“.

Gegenwärtig sind die Fake News über die nicht existierende Notlage der knuddeligen Eisbären durch Organisationen wie WWF und Greenpeace nebst deren willigen Sprachrohre BBC und CNN nur eine Variation desselben Themas: die Konditionierung einer anfälligen jüngeren Generation, um die geplanten drakonischen Maßnahmen zur Bekämpfung der „Klimakrise“ zu akzeptieren. Der Philosoph Oswald Spengler (1880-1936) hat es so formuliert: „Die Presse ist heute eine Armee mit sorgfältig organisierten Waffen, die Journalisten ihre Offiziere, die Leser ihre Soldaten. Der Leser weiß weder, noch soll er wissen, zu welchen Zwecken er eingesetzt wird und welche Rolle er zu spielen hat.“ Oder, im Klartext, die Leser, die Fußsoldaten, werden einer Gehirnwäsche unterzogen und in die Agenda der Verleger eingeweiht. George Orwell, selbst ein Journalist, sagte etwas Ähnliches (siehe auch Anmerkung 5).

[Hervorhebung im Original]

Allerdings fragt man sich, warum auch die Publikationsorgane des Wissenschaftsbetriebs eine solche Neigung haben, sich auf der falschen Seite der Geschichte wiederzufinden. Ist es nur Ignoranz, Dummheit und Feigheit auf Seiten der Redakteure und Journalisten oder ist es etwas Unheilvolleres und ein tief sitzender Aspekt der Art und Weise, wie mit Informationen umgegangen wird? Hat das geschätzte „Peer-Review“-System als Instrument der Qualitätskontrolle ausgedient, weil es sich als wehrlos gegen Subversion und Täuschung erwiesen hat und, zumindest in den Atmosphärenwissenschaften, gründlich korrumpiert wurde? Aber vielleicht ist die Erklärung viel einfacher, also lassen Sie mich einen Gedanken an den Tag legen: Lysenko hat seinen ‚Ismus‘ in Begriffe eines Klassenkampfes gegossen. Mich dünkt, er hat unwissentlich genau ins Schwarze getroffen. Pseudowissenschaftliche Episoden haben alle Merkmale eines Klassenkampfes, also einen Konflikt zwischen denen, die durch Gruppendenken, Dogma oder ‚Konsens‘ verblendet sind, und denen, die für sich selbst denken. Und on Kriegen bleibt die Wahrheit immer als Erstes auf der Strecke.

Anmerkung: Keiner hat es deutlicher erklärt als der berüchtigte Joseph Göbbels: „Das ist das Geheimnis der Propaganda; den, den die Propaganda fassen will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne dass er überhaupt merkt, dass er durchtränkt wird.“ – 1933*

Originalzitat! Keine Rückübersetzung! Quelle

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/05/23/climate-change-alarmism-as-a-class-war/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

 

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8 Kommentare

  1. Hervorragend der Artikel, er trifft den Nagel auf den Kopf! Zu Konflikt zwischen diesem Klima-Alarmismus und der echten Wissenschaft“: Das Grundübel ist eine durch die Politik und die UN in das Leben gerufene Alarmforschung, die sich diametral von einer soliden Wissenschaft unterscheidet. Alarmforschung wie die Potsdamer werden für Alarmierung der Öffentlichkeit bezahlt und für nichts anderes! Dies ist der unverzeihliche Sündenfall der Gegenwart! Und dann sind es wieder Politiker, die wie schon früher Kapital auf einer vollkommen entgleisten Wissenschaft schlagen. Warum darf sich eine Bundeskanzlerin zusammen mit Greta in aller Öffentlichkeit aufbauen und von „der Wissenschaft“ sprechen, wo sie doch die Alarmforschung meint?? Und die mit dieser ihrer Klimapolitik ein ganzes Land ruiniert?  

  2. Bei allen Pseudowissenschaften und dogmatischen Glaubensgemeinschaften muss man immer die Fragen stellen „cui bono“ und nach der Herkunft der Finanzierung. Solange man „nur“ wissenschaftlich argumentiert wird man den Kern und das Ziel der Bewegung nicht offenlegen. Meiner Meinung nach geht es dabei nicht wirklich um das Klima oder die Rettung der Menschheit, sondern um den Umbau der Gesellschaft(en) nach den Vorstellungen und im Interesse der globalen Eliten, die sich z. Zt. in der Idee vom „Great Rest“ manifestieren. Mitgedacht müssen auch parallele Ideologien wie der Sozialkonstruktivismus und alle postmodernen Pseudowissenschaften, die den gleichen Zielen dienen. Ihnen allen gemein ist, dass deren Verfechter es überhaupt nicht merken, dass sie „durchtränkt“ werden, sondern sich für progressiv halten, während sie einem reaktionären Projekt dienen.

  3. „Die Widerlegung der falschen Hypothese … ist wie das Anbellen des falschen Baumes.“  Bleibt also nur das Warten auf den Kollaps und die Hoffnung, daß DANN  (1) ein Sacharow die Stimme erhebt und zugleich  (2) ein Realist die gegenwärtigen Traumtänzer ersetzt hat.  R.F. 

  4. Sie bedienen sich hier leider derselben Methoden wie die Leitmedien. Der Artikel soll wissenschaftlich daher komme, trotzt aber vor unsachlichen Auswüchsen. Sie wechseln fröhlich hin und her und so kommt Marx als „unwissenschaftlich“ unter die Räder. Kann man machen, aber es ist das Gegenteil von Werbung für diese Seite und doch auch das Gegenteil von dem was sie aussagen wollen. Oder?

  5. Ich stimme dem Artikel im Großen und Ganzen zu. Nur dem hier nicht: „In einer echten Wissenschaft entwickelt sich die Hypothese durch Prüfung an der Realität zu einer besseren oder wird einfach aufgegeben.“ Diese „echte“ Wissenschaft ist eine real nicht existente Idealvorstellung. Sie existiert nur in den Vorworten von Lehrbüchern und in Reden auf Festveranstaltungen zu Anlässen, an denen man sich selbst feiert. Darüber gibt es ausreichend Studien der Wissenschaftsgeschichte von den antiken Epizykeln bis hin zur Gegenwart. Eines der neueren Bücher eines Physikers dazu trägt den witzigen Titel „Vom Urknall zum Durchknall“ und beschreibt die aktuellen Zustände in der Physik. Über Poppers bei Naturwissenschaftern populären Falsifikationismus spotteten Kritiker, Popper hätte sich selbst widerlegt, da er seine Meinung trotz Widerlegung durch Beobachtung der Wissenschaftgeschichte unbeirrt weiter vertrat. Meinungen, einmal zur „gut bestätigten Theorie“ und „übereinstimmenden Ansicht unter Fachleuten“ verfestigt, können sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte erhalten.

    • „Über Poppers bei Naturwissenschaftlern populären Falsifikationismus spotteten Kritiker, Popper hätte sich selbst widerlegt, da er seine Meinung trotz Widerlegung durch Beobachtung der Wissenschaftsgeschichte unbeirrt weiter vertrat.“  //

       

      Damit beschreiben Sie richtig die heute dominierende Arbeitsweise auch in den empirischen (Natur-) Wissenschaften und zunehmend sogar der Physik. Diejenigen, die unter Verweis auf diese Praxis über Popper spotten, demonstrieren allerdings nur, daß sie Popper nicht verstanden hatten – falls sie sich überhaupt darum bemüht haben.  //

       

      Popper gehörte zu der aussterbenden Forschergeneration, für den das Motiv und das Ziel wissenschaftlicher Arbeit Erkenntnis der Wahrheit ist. Sein so offensichtlich vergessener – oder aus Hybris verleugneter – Ansatz war die auf elementarer Logik beruhende ‘deprimierende‘ Einsicht:  //

       

      Keine (empirische) Wissenschaft kann jemals sicher sein, mit ihrem gegenwärtigen Erkenntnisstand die Wahrheit zu beschreiben.  //

       

      Auch durch beliebig – aber immer endlich – viele Übereinstimmungen empirischer Ergebnisse mit ihren Vorhersagen kann sie niemals ausschließen, daß ihr Theoriengebäude Irrtümer einschließt. Das Höchste, was wir angesichts unserer Beschränktheit erreichen können ist, uns der Wahrheit dadurch anzunähern, daß wir durch geschickte Experimente diese Irrtümer dadurch entlarven, daß die Natur einer Vorhersage widerspricht (Falsifikation). An dieser Stelle sei ausgeblendet, daß die immer nur endliche Genauigkeit experimenteller Ergebnisse immer noch Diskussionsspielraum läßt, ob ein Widerspruch der Natur wirklich ein Widerspruch ist.  //

       

      Ihr korrekter Schlußsatz beschreibt einen Wissenschaftsbetrieb, dem es um allesmögliche, allzu Menschliche – aber eben nicht mehr um Erkenntnis der Wahrheit geht. Je länger je mehr wird dann der (ehrliche) Irrtum bis hin zur utilitaristisch bewußten Lüge diesen Betrieb zum Instrument andere Interessen degradieren.  //

       

      Willkommen im 21. Jahrhundert: „the science is settled“. //

      R.F.

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