Nachruf Dr. Heinrich Röck

Dr. Heinrich Röck †

Dietmar Ufer
Am 28. Dezember 2020 ist der Chemiker Dr. rer. nat. Heinrich Röck, einer der zielstrebigsten und sachkundigsten Mitstreiter beim Erkunden des wissenschaftlichen Hintergrundes und der Folgen des Klimawandels, im Alter von 92 Jahren in Trostberg/Obb. verstorben.

Heinrich Röck wurde am 15. Juli 1928 in Gladenbach/Hessen geboren. Er studierte Chemie in Darmstadt und promovierte 1955 in Göttingen zu einem Thema aus der Physikalischen Chemie. 1957 und 1960 erschienen zwei Bücher aus sei­ner Feder: „Ausgewählte moderne Trennungsverfahren zur Reinigung organischer Stoffe“ und „Destillation im Laboratorium, extraktive und azeotrope Destillation“. Von 1956 bis 1989 war er bei der SKW Trostberg AG als Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung, als Werkleiter und seit 1966 als Mit­glied des Vorstandes tätig.

Im Ruhestand danach beschäftigte er sich intensiv mit Umweltproblemen und speziell mit dem Thema Klima. Er war stets bemüht, seine daraus resultierenden Erkenntnisse einem möglichst großen Kreis interessierter Fachleute und Mitbürger zu vermitteln. Dabei entstanden Zeitungsbeiträge, Bücher und Vorträge. Besonders bemerkenswert sind mehrere Broschüren, die er im Eigenverlag herausgab, so beispielsweise „Klima und Politik“ (2001), „Extremes Wetter als Folge anthropogenen Klimawandels?“ (2003) oder „Wissenschaft, Klima, Politik – Wohin ändert sich das Klima?“ (2010). Diese Schriften ließ er in hohen Auflagen drucken und verteilte sie kostenlos. Sie waren durchgehend von hoher fachlicher Qualität – allein schon die Vielzahl der benutzten Quellen bezeugt das – und wurden so Anlass für Menschen aller Altersgruppen, sich über die Klimaproblematik zu informieren und mit diesem wissenschaftlichen Fachgebiet intensiver zu beschäftigen. Ein großer Freundes- und Bekanntenkreis unterstützte ihn bei der Verbreitung seines umfangreichen und tiefgründigen Wissens.

Mehr und mehr beschäftigte sich Heinrich Röck in den letzten Jahren mit den Konsequenzen der Klimapolitik, wie sie in Deutschland mit der verhängnisvollen „Energiewende“-Politik praktiziert wird. In einer letzten Arbeit, datiert vom September 2020, macht er noch einmal deutlich, dass mit Sonne und Wind allein keine gesicherte Stromversorgung möglich ist.

Heinrich Röck war nicht nur ein exzellenter Naturwissenschaftler sondern zugleich ein Mensch mit außerordentlich hohem Allgemeinwissen, der bestrebt war, seinen Wissenshorizont ständig auszuweiten. Seine intensive Lektüre, von der Fachliteratur bis zur Tagespresse, erweiterte seinen Wissensschatz und ermöglichte ihm treffsichere Urteile zu aktuellen wissenschaftlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen. Er wird unvergessen bleiben!

Dietmar Ufer, 27. Januar 2021

Veröffentlichungen (Auswahl)

2003: Extremes Wetter als Folge des anthropogenen Klimawandels?

2004: Wohin ändert sich das Klima?

2010: Wissenschaft – Klima – Politik: Wohin ändert sich das Klima? (Als Beitrag beim EIKE hier)

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3 Kommentare

  1. Erweisen wir dem Verstorbenen die gebotene Ehre. Und sprechen wir den Hinterbliebenen unsere Anteilnahme aus.Die Guten holt der Herrgott zuerst. Anna Philipp.

  2. Ich erfahre erst jetzt, dass mein väterlicher Freund Dr. Heinrich Röck Ende 2020 im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Leider hatten wir in den letzten Jahren keinen direkten Kontakt mehr. Zuvor trafen wir uns oft auf Veranstaltungen der Ev. Akademie Tutzing, der Bayerischen Akademie der Wissenschaft, von Umweltverbänden und nicht zuletzt von EIKE zu ausgiebigen Diskussionen. Persönlich kennengelernt habe ich Dr. Röck zunächst über meinen Freund Dr. Heinz Hug (wie Dr. Röck auch Chemiker mit Schwerpunkt Physikalische Chemie).An Hand des Lebensweges von Dr. Röck kann man leider auch gut den geistigen und wirtschaftlichen Niedergang der deutschen Chemieindustrie studieren. Wer erinnert sich heute noch an SKW Trostberg? Der Konzern ging zunächst in der Degussa AG auf, Degussa wiederum zog aus Frankfurt weg und wurde Teil des Konglomerats Evonik. Männer vom Format Dr. Röcks findet man heute kaum noch in den Vorstandsetagen der Chemie. R.I.P., werter Freund.

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